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(1) Der Verantwortliche

Der Verantwortliche kann dies in passiver Weise sein, indem ihm von anderer Seite Verantwortung für etwas zugeschrieben wird, oder in aktiver Weise. Jemand wird in der Regel dann passiv von anderen zur Verantwortung gezogen, wenn bereits ein Schaden entstanden ist.gif Es kann irrelevant sein, ob der verantwortlich Gemachte den Schaden absichtlich verursacht hat. Um zur Rechenschaft gezogen zu werden, muss der in die Pflicht Genommene keine Entscheidung im Vorhinein auf sich genommen haben, sie kann ihm auch nach Enstehen des Schadens aufgrund von allgemeineren Verursacherprinzipien zugeschrieben werden.Aktive Verantwortungsübernahme geschieht dagegen vor Eintreten der Folgen einer Handlung durch den Handelnden selbst. Der Begriff der aktiven Verantwortung ist in gewisser Weise der grundlegendere Begriff. Zwar richtet sich auch der, der aktiv Verantwortung übernimmt, darauf ein, von anderen zur Rechenschaft gezogen zu werden. Jedoch lässt sich die Verantwortung, die er übernimmt, nicht als bloße Rechenschaftspflicht verstehen. Das liegt daran, dass sich Verantwortung, als Rechenschaftspflicht gedacht, nur im Nachhinein und meist aufgrund allgemein akzeptierter Rechtsnormen ergibt.gifWorum es in dieser Arbeit gehen muss, ist nicht die Zuschreibung von Schuld nach Entstehen eines Schadens, sondern das Eingehen von Verbindlichkeit seitens eines Handelnden, bereits insofern er bewusst handelt. Descartes fordert eben diese Verbindlichkeit wissenschaftlichen Handelns in höchstem Maße ein. Verbindlichkeit entsteht dort, wo sich Menschen Entscheidungen zu Eigen machen. Durch die Übernahme von Verbindlichkeit wird der handelnde Mensch zu einem denkenden Subjekt, an das Forderungen nach Integrität und Konsequenz gestellt werden können.gif In diesem Sinne macht Bewusstsein, als Gewissenhaftigkeit verstanden, den Menschen aus. Der Mensch ist -- für andere Menschen -- dadurch etwas Besonderes, dass er verbindlich handeln kann.gif Verantwortlichkeit, schreibt Weischedel in seiner Untersuchung über das Wesen der Verantwortung, macht den Menschen zu einem Subjekt.
Als Phänomen kommt Verantwortung nicht schlechthin vor, sondern sie kommt je vor den Menschen, der zur Verantwortung gezogen wird, ihre Schwere empfindet, sie auf sich nimmt, ablehnt etc.gif
Wenn die Bewusstheit, die wir anderen Menschen zuschreiben, auf deren Fähigkeit beruht, Verbindlichkeiten einzugehen, dann erzwingt gerade dies die Integrität und Individualität dessen, dem Bewusstsein zugesprochen werden kann.gif Verbindlichkeit eines Handelns setzt wenigstens Individuierbarkeit und Fortdauer des Handelnden in Raum und Zeit voraus.
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