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Man unterscheide zwischen einem menschlichen Geist im engeren Sinne und dem unsterblichen Geist, der ohne den Körper weiterbesteht. Im engeren Sinne menschlich wäre der Geist, sofern er Sinneswahrnehmungen, Gefühle und Körperempfindungen hat. Dass es in der oben zitierten Stellegif heißt, nur die menschliche Seele könne Wahrnehmungen haben, bedeutet dann noch nicht, dass das ego der zweiten Meditation ein menschliches ist -- es ist ja noch nicht gezeigt, dass die unsterbliche Seele auch stets Sinneswahrnehmungen haben kann. Wenn das ego der zweiten Meditation im Wesentlichen der unsterbliche Teil des Menschen ist, so widerspricht dem nicht die Annahme, das Wahrnehmen höre notwendig mit dem Tod des Menschen auf. Als menschlicher Geist im engeren Sinne kann das ego nach dem Tod nicht fortbestehen, da der Tod in der Trennung des Geistes vom Körper besteht. Der Tod eines Menschen besteht dann genauer in Dreierlei:
  1. Der Geist bzw. das ego löst sich vom Körper und kann weiter bestehen.
  2. Der Körper verliert seine charakteristische Form, besteht aber als Materie ebenfalls weiter.
  3. Die Verbindung zwischen Geist und Körper endet und damit auch alle sinnlichen Wahrnehmungen, willentlichen Bewegungen der körperlichen Organe und Bilder der körperlichen Einbildungskraft.
Sofern eine spezifisch menschliche Psyche zur sinnlichen Wahrnehmung erforderlich ist, wäre sie, als menschliche, mit dem Tod des Menschen überflüssig. Es geht in der zweiten Meditation aber offenbar um das, was nach dem Tod weiterbesteht.
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